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Was wir von einem arabischen Souk-Händler lernen können:

Keine Angst vor dem Kunden

In meinem letzten Urlaub besuchte ich mit meiner Familie den bekannten Souk von Dubai. 
Juweliere, Schuhgeschäfte und Läden mit Gewürzen, Wasserpfeifen und orientalischen Gewänder reihten sich aneinander. Die Hitze war groß und es roch nach Koriander und Pfeffer. Ich fühlte mich wie in „1000 und 1 Nacht“ versetzt. 


Ich beabsichtigte mir einen Schal zu kaufen und schlenderte mit Mann und Kindern an den Läden vorbei. Sofort wurde ich wahrgenommen von den Händlern und sie liefen mir entgegen und priesen Ihre Ware an. Ketten, Schuhe und Uhren wurden mir präsentiert. Ja, ich gebe zu, uns Westeuropäern ist das manches Mal zu viel des Guten. Nichts desto trotz, genoss ich das Engagement der Verkäufer, denn in deutschen Läden sucht man zuweilen vergeblich nach einem Verkäufer, der die gesuchte Ware herbei holt. 


So fand ich einen Laden, der, so schien es mir, die schönsten und meisten Varianten von Pashima Schals feil bot. Kaum war ich stehen geblieben, eilte der Händler herbei und bugsierte mich samt meiner Familie in seinen Laden. Während er jeden Schal den ich nur anschaute, auspackte und mir in die Hand gab oder über die Schulter warf, erklärte er beflissen: „Das ist mein Job als Verkäufer, Ihnen die Ware zu präsentieren!“


Natürlich hatte er längst meine Kaufkraft taxiert und ihm war sofort klar, dass nicht nur ein potentieller Kunde in seinem Laden stand, sondern gleich mehrere davon. So holte er andere Farben hervor und zeigte sie meinem Sohn und meiner Tochter, wobei er augenblicklich den Geschmack der beiden erkannte. Bedürfnisse erkennen, Kaufkraft einschätzen und Crosselling zu betreiben, das lag ihm im Blut. Als für ihn feststand, dass er ein Paket von drei Pashima und einem Seiden- schal verkaufen konnte, machte er einen passablen Preis und stelle eine Win-Win –Situation für beide Parteien her. 


Bei meiner nächsten Dubai Reise weiß ich, wohin ich wieder gehen werde.
Wie sieht es in Ihrem Verkaufsteam aus?