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Wie geht es mir allein im Home-Office

Selbstbestimmt, frei und inspiriert - leben und arbeiten zu Hause

Kreative Arbeitspause im Wald

Kreative Arbeitspause im Wald

Auf die Blockparade von Claudia Kauscheder (abenteuerhomeoffice@at) bin ich zufällig gestoßen und fand das Thema so spannend, dass ich mich spontan entschlossen habe, mein „Home-Office“ darzustellen.

Ich bin Trainerin für Kundengewinnung, Kreativitätstechniken und Bewerbungstraining. Zentral in der Metropolregion Rhein-Main arbeite und lebe ich und wohne trotzdem idyllisch am Waldrand.
Zu Beginn meiner Selbständigkeit als Trainer, haben mir ehemalige Kollegen und Gleichgesinnte die Nachteile des Home-Office dargelegt. Oft wurden mir provokative Fragen gestellt wie: 

  • Wie kannst Du ohne konkrete Vorgaben arbeiten?
  • Wie sieht es mit Deiner Disziplin aus?
  • Wirst Du Dich nicht verzetteln?

 
Ich muss zugeben, dass ich mir solche Fragen nie selbst gestellt hätte. Vorgaben kann ich mir selbst geben, das sind meine Ziele, die ich erreichen möchte. 

Was mich zu diesem Schritt veranlasst hat war, meine konkrete Vorstellung von einem selbstbestimmten Arbeitstag. Erste Erfahrungen hatte ich bereits nach der Geburt meiner Tochter gesammelt, als ich nach acht Wochen wieder einstieg. Das Baby in der Wiege inspirierte mich mit einem umwerfenden zahnlosen Lächeln.

Jedem, der überzeugt von sich selbst den Schritt in die Selbständigkeit wagt, dem empfehle ich auf seinen Biorhythmus zu hören. Welcher Typ sind Sie? Abend- oder Morgenmensch? 

Ich bin ein absoluter Morgenmensch. Sobald es hell wird, bin ich aktiv. Mein idealer Tag beginnt direkt nach dem Aufstehen mit einem Spaziergang durch den Wald. Natürlich nicht allein, mit meinem Hund. Frische Luft, Vogelgezwitscher, Wald, eben Natur pur, hier kann ich meinen Gedanken nachgehen, Ideen entwickeln und mich auf den Tag einstellen.

Da ich Familie habe, bin ich nie alleine. Mein Mann, ebenfalls Freiberufler arbeitet auch von Zuhause. Daher“ koche ich nicht im eigenen Sud“, denn ich habe immer einen Gesprächspartner parat, mit dem ich meine Projekte besprechen kann.

Die Zeit am Morgen möchte ich unbedingt nutzen, da am Nachmittag meine Tochter nach Hause kommt und ihre Zeit einfordert. Natürlich gibt es noch andere Ablenkungsgründe, die da wären:

  • Mein Mann meint, ich wäre mit dem Einkaufen an der Reihe 
  • Meine Tochter hat morgen einen Vokabeltest
  • Jemand hat Hunger und findet nichts zu Essen
  • Der Hund möchte mit mir spielen
  • Meine Tochter möchte von A nach B gebracht werden
  • Die Nachbarin hat sich ausgesperrt
  • etc.

Das möchte ich keineswegs als Nachteil darstellen, denn oft ist es eine willkommene Abwechslung, wenn die Worte nicht fließen wollen.

Zu Beginn des Jahres habe ich einen Plan aufgestellt mit allen Veranstaltungen, die ich besuche oder an denen ich aktiv als Aussteller oder Referentin teilnehme. Des Weiteren erscheinen hier meine Projekte, das sind offene Seminare und Workshops zum Thema: Wunschkundengewinnung, Elevator Pitch, Kompetenzräume, etc..., die ich im Laufe des Jahres anbiete. Bei der Organisation arbeite ich mit anderen Firmen zusammen, mit denen ich per Telefon, per Mail oder persönlich kommunizieren kann.

Einer meiner Tricks ist, dass ich meinen Freunden und Bekannten von meinen Projekten erzähle und damit habe ich die Kontrollfunktion ausgelagert. Die Frage:“ Wie weit bist Du denn mit der Planung Deines Workshops zum Thema Erfolgsstrategien für introvertierte Menschen und hast Du bereits einen Raum gefunden?“ kommt postwenden. Es ist ein gutes Gefühl, wenn ich auf eine solche Frage mit einem konkreten Zeitpunkt und Ort antworten kann.

Eine meiner großen Leidenschaften ist die Wunschkundengewinnung per Telefon. Dieser Leidenschaft widme ich mich ein bis drei Stunden jeden Tag. 

Mein Ziel ist es:

  • Am Telefon Interesse zu wecken
  • Bedarf feststellen
  • Einen Termin für ein persönliches Gespräch zu vereinbaren

Meine Projekte und meine Leidenschaft verhindern, dass ich einsam im Home-Office sitzen bleibe.

Die Abwechslung von der Ruhe zu Hause und den Herausforderungen, die meine Kunden an mich stellen, empfinde ich als inspirierend und zufriedenstellend. Natürlich, sobald eine Herausforderung an mich gestellt wird, in Form eines anspruchsvollen Seminars, dann breche ich auch mal meine Regeln. Jetzt arbeite ich selbstverständlich ohne zu klagen bis 22:00 Uhr und länger.

Ich gebe zu, ich bin ins Schwärmen gekommen und es entsteht der Eindruck, dass Selbstständigkeit mit Leichtigkeit daher hergeht. Sollten Sie mit dem Gedanken spielen, in die Selbständigkeit zu gehen, dann stellen Sie sich folgende Fragen:

  • Kann ich ohne Vorgabe von festen Rahmenbedingungen arbeiten
  • Wie stehe ich zur Akquise
  • Wie hoch ist mein Sicherheitsbedürfnis
  • Was lenkt mich zu Hause am meisten ab
  • Habe ich einen geeigneten Raum

Für mich überwiegen die Vorteile der selbständigen Tätigkeit aus dem Home-Office heraus. Ich habe mehr Zeit für meine Familie und letztendlich auch für mich und meine Hobbies.

Den größten Nutzen hat mein Hund, der bekommt einen extra Spaziergang, wenn Frauchen mal wieder denken muss.