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Von wem wünschen Sie sich Feedback?

Anforderungen an Feedback-Geber

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Feedback ist ein wichtiges Führungsinstrument. Es ist eine Gesprächsform, mit der eine Führungskraft seinem Mitarbeiter mitteilt, welche Wahrnehmung er von ihm hat. Diese subjektive Wahrnehmung kann richtig kommuniziert, äußerst motivierend sein. 

Ich werde oft gefragt, ob es Techniken für zielführende Feedback-Gespräche gibt.

Meine Antwort ist eine Gegenfrage: „Von wem und wie würden Sie sich Feedback wünschen, damit Sie Nutzen daraus ziehen können?“ 

Das erste Stichwort ist „zielführend“. Fragen Sie sich als Führungskraft des Öfteren, ob Sie die Abteilungsziele klar formuliert haben? Sind diese Ziele von den Mitarbeitern verstanden und angenommen? Überprüfen Sie als Vorgesetzter Ihre Kommunikationstechniken, damit dass, was sie sagen wollen ankommt und in die Tat umgesetzt wird?

„Sag, was Du meinst und Du bekommst, was Du willst.“ (Georg Walter). 

Warum ist Ihr Kommunikationsstil so wichtig? Weil der Mitarbeiter im Feedback-Gespräch an der Zielerreichung gemessen wird. Wie kann er Ziele erreichen, die nicht klar formuliert wurden? Der erste Schritt um ein effektives Feedback-Gespräch zu führen ist: Klare und zielorientierte Kommunikation. 

Wie ist die Einstellung der Führungskräfte zur eigenen Person und zu Ihren Mitarbeitern? Herrscht ein wertschätzender Umgang miteinander im Unternehmen? Kommunizieren Führungskräfte auf Augenhöhe mit Mitarbeitern? 

Sie wissen schon worauf ich hinaus will: „Ich bin ok, Du bist ok.“ Diese vierte Lebensanschauung nach Thomas A. Harris gibt uns eine positive Haltung, die uns ermöglicht eine Vielzahl von Informationen über die eigene Person und andere zu erfassen. Aus dieser Position heraus ist der Mensch offen für sich und andere und stellt analytische Fragen. Die beste Voraussetzung für effektive Feedback-Gespräche mit Mitarbeitern ist: Eine positive Einstellung des Management zu sich selbst und zu den Mitarbeitern.

Sind Sie als Führungskraft glaubwürdig und handeln Sie authentisch? Was ist Authentizität? Wenn  Denken und Handeln im Einklang sind, dann sind Sie authentisch und glaubwürdig. Zerlegen Sie das Wort Glaubwürdigkeit einmal in seine Bestandteile: jemand hat sich in der Vergangenheit als würdig erwiesen, so dass man ihm heute und zukünftig glauben kann.

Führungskräfte sind Vorbilder und werden als solches wahrgenommen. Leben Sie das, was Sie vorgeben oder predigen Sie Wasser und trinken selbst Wein? Je glaubwürdiger Sie sind, desto wirkungsvoller ist Ihr Feedback. Ein ewig unpünktlicher Chef kann wohl kaum mit einem Feedback-Gespräch die Pünktlichkeit seiner Mitarbeit erreichen. So ist die dritte Anforderung an Feedback-Geber: Authentizität und Glaubwürdigkeit.

Empathische Menschen besitzen die Fähigkeit und die Bereitschaft Talente, Gedanken und Emotionen von ihren Mitmenschen zu erkennen und zu verstehen. Empathische Menschen nehmen sich selbst sehr bewusst wahr. Sie kennen die eigenen Emotionen und Fähigkeiten genau. Das ist Grundvoraussetzung für empathisches Handeln.

Um ein zielführendes Feedback geben zu können, braucht die Führungskraft Kenntnisse über seinen Feedback-Nehmer. Diese umschließen Ausbildung, Talente, Fachkenntnisse wie auch persönliche Umstände, kurz die bewusste Wahrnehmung des Anderen. Die Wahrnehmung des Mitarbeiters beginnt am ersten Tag der Zusammenarbeit und nicht zwei Wochen vor dem Jahresgespräch. Demnach ist die nächste Anforderung: Empathie. 

Dort, wo das Management seinen Mitarbeitern Leistungen zutraut, können Mitarbeiter über sich hinauswachsen. Geizen Sie nicht mit Ihrem Zutrauen. Delegieren Sie Aufgaben und zeigen Sie Ihr Zutrauen zu den Kompetenzen Ihrer Mitarbeiter. Wer Zutrauen schenkt erhält Vertrauen.

Vertrauen entsteht im Laufe der Zeit. Es entsteht, wenn auch negative Dinge wie zum Beispiel Fehler angesprochen werden können. Offene und wertschätzende Kommunikation zu allen Themen der Aufgabenstellung, bedeutet sachlich zu analysieren und Konsequenzen für sich und andere aufzuzeigen. Das schafft: Zutrauen und Vertrauen.

Echtes Feedback ist ein fortlaufender Prozess, der Zeit benötigt. Zeit für die Kommunikation der Zielsetzungen, für Dialog, Austausch und positive Veränderungen wahrnehmen. Zeit für das Entstehen von Vertrauen und Zutrauen. Erst die Zeit bestätigt unsere Glaubwürdigkeit. Somit sind alle bisher beschriebenen Anforderungen abhängig von dieser Voraussetzung: Zeit

Gudrun Traumann, Trainer und Coach für zielorientierte Kommunikation.