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Das BarCamp oder die demokratischste Form einer Konferenz

Vier gute Gründe hinzugehen

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Sie haben keine Ahnung, was ein BarCamp ist? Macht nichts. Auch ich wusste bis vor Kurzem nicht, was genau ein BarCamp ist und vor allem nicht, wie es abläuft. Deshalb suchte im Internet das nächste BarCamp in meiner Nähe und meldete mich an. 

Da ich nicht alleine hingehen wollte, fragt ich in meinem Bekanntenkreis nach, ob mich jemand begleiten würde. Meine 74-jährige Bekannte aus dem Rheingau sagte zu.

Ablauf eines BarCamps

In den meisten Fällen findet ein BarCamp an einem Wochenende von Samstag bis Sonntag statt. Organisiert wird es von einem oder mehreren Organisatoren. Es kann auch ein Unternehmen sein, das eine solche Konferenz zum Wissensaustausch anbietet. Die Zeit und der Ort werden festgelegt, eine Webseite erstellt und Einladungen über persönliche Kontakte oder soziale Netzwerke verschickt. Es kann ein übergeordnetes Thema genannt werden, wie zum Beispiel „Digitalisierung im Marketing“ oder “Neue Wege im Gesundheitsmanagement“. Manche Veranstalter verzichten bewusst auf eine Themenvorgabe, damit die Teilnehmer die Inhalte selbst frei bestimmen können. Das nenne ich Mitbestimmung.

Das BarCamp Logo gibt es auch in anderen Farben

Das BarCamp Logo gibt es auch in anderen Farben

Ehrenamtliche Organisatoren werben gerne Unternehmen aus der Region als Sponsoren an. Das hilft, die Kosten für die Teilnehmer so gering wie möglich zu halten und gibt auch den Sponsoren eine Präsentationsplattform. 

Start der Veranstaltung: Der Tag begann mit einem gemeinsamen Frühstück. Sofort entstanden Kontakte und erste interessante Gespräche - Networking leichtgemacht. Hinter der Veranstaltung stand ein fester Zeitplan und eines wurde mir schon bald bewusst: es wird erwartet, dass sich alle Teilnehmer an diese Vorgaben halten. Pünktlich nach dem Frühstück begaben wir uns in einen großen Hörsaal. Die Organisatoren stellten sich vor und im Anschluss begann die inhaltliche Gestaltung. Alle Teilnehmer hatten die Gelegenheit, ihren vorbereiteten oder spontanen Beitrag zu präsentieren. Diszipliniert stellten sich Vortragswillige in einer Reihe an und trugen in wenigen Sätzen Ihr Thema vor. Danach wurde abgestimmt. Gibt es genügend Rückmeldungen? Wird das Thema aufgenommen und als sogenannte Session in den Tagungsplan eingetragen? 

So füllten sich die Stundenpläne schnell mit den unterschiedlichsten Themen. 

Selbst meine Bekannte nahm diese Gelegenheit war und präsentierte Ihr Thema in drei knackigen Sätzen. An dieser Stelle möchte ich den respektvollen Umgang miteinander erwähnen, der mir positiv aufgefallen ist. Das durchschnittliche Alter lag bei Mitte 30, doch auch älteren und jugendlichen Teilnehmern wurde wertschätzend und auf Augenhöhe begegnet.

Anforderungen an die Lokalität

Ich merke schon, Sie denken darüber nach selbst ein BarCamp zu organisieren. Beachten Sie bitte, dass Sie die richtigen Räumlichkeiten hierfür buchen. Sie benötigen einen großen Raum für den Kickoff, möglichst einen Raum für das Catering und viele kleinere Räume für die Sessions. Und prüfen Sie auch die technische Ausstattung wie Internetzugang, Präsentationstechnik, Küchentechnik etc.

Vier gute Gründe für ein BarCamp:

1. Inspiration und Wissensaustausch

Ich habe das Format sehr genossen - vor allem, weil ich nicht genau wusste, welche Themen angeboten werden. Das war sehr spannend und ich war positiv von der Dynamik der Veranstaltung überrascht. Nun Hand aufs Herz, wann haben Sie sich das letzte Mal auf etwas Unbekanntes eingelassen? Das kann in manchen Fällen zunächst unbequem wirken, führt jedoch oft zu nützlichen Erkenntnissen. Es gab Sessions mit Themen, die ich noch nie aus diesen Perspektiven gesehen habe sowie Teilnehmer mit vollkommen anderen Auffassungen. Geballtes professionelles Wissen, neue Perspektiven und frische Inspiration – das sind alles Dinge, die ich im normalen Arbeitsalltag meist nicht bekomme.

2. Benchmarketing

Der Wissensaustausch gab mir die Möglichkeit, mein Know-How im Vergleich zu jüngeren, gleichaltrigen oder älteren Menschen aus anderen Branchen zu sehen. In den Diskussionen konnte ich meine Wissenslücken, aber auch meinen Wissensvorsprung schnell erkennen. Eine weitere Gelegenheit herauszufinden, wie aktuell das eigene Wissen zu einem bestimmten Thema ist. Für dieses Vorhaben ist ein BarCamp mit einem übergeordneten Thema besonders gut geeignet.

3. Netzwerken

Nirgendwo werden Sie schneller in Kontakt mit anderen Menschen kommen als auf einem BarCamp. Wichtig zu wissen: ein BarCamp ist keine Verkaufsveranstaltung. Bevor Sie von sich erzählen, fragen Sie lieber nach den Interessen und Aufgaben der anderen Teilnehmer. Es gelten somit die gleichen Anforderungen, wie für alle Netzwerkveranstaltungen. Der Vorteil hier: in den einzelnen Sessions können Sie sehr schnell erkennen, welche Auffassungen und Meinungen, aber auch welche beruflichen Aufgaben die Teilnehmer oder der Vortragende einnimmt. So kommen Sie sehr schnell über Gemeinsamkeiten ins Gespräch.

4. Format testen

Sie sind ein Mitarbeiter eines Unternehmens und denken jetzt darüber nach, ob es Sinn macht ein BarCamp zu organisieren? Dann schauen Sie sich erstmal ein BarCamp an. Stellen Sie sich dann die Frage: kann mein Unternehmen eine Plattform für ein übergeordnetes Thema sein, ohne in eine Verkaufsveranstaltung abzukippen? Das BarcCamp lebt von den Beiträgen aller Teilnehmer und der Motivation zum Wissensaustausch. 

Und jetzt sind Sie dran. Die nächsten BarCamps in Deutschland finden Sie hier: http://www.barcamp-liste.de/

Gudrun Traumann, Interim Manager für Personalengpässe oder Spezialprojekte in Marketing und Vertrieb. 

Dann rufen Sie mich an: +40 175 59 66 40